Die Gründung 1595:

Vor 1595

Im Verlaufe des 16. Jahrhunderts nahmen die Schusswaffen in militärischer Hinsicht stark an Bedeutung zu. Die Regierung von Zürich war deshalb bestrebt, durch Bereitstellen von Gaben die Schiesskunst zu fördern. Der verlockenden Gaben wegen wurde bereits das grosse Büchsenschiessen von 1504 in Zürich auch von Pfäffiker Schützen besucht.

Zitat des Zürcher Chronisten Simmier von 1550: «Und diewil dieser Zit die Büchsen mächtig im Krieg brucht werden, so gibt die Obrigkeit den Büchsenschützen Gaben, darum zu schiessen, nit nur in Stetten, auch in vielen Dörfern, da die Landleut ihre Zielstätten haben.» Um 1550 bestanden im zürcherischen Hoheitsgebiet 36 Zielstätten, davon im Oberland in Altdorf (= Fehraltorf), Illnau, Kyburg und Turbenthal. Basierend auf der ersten Zürcherischen «Schützenordnung» von 1585 bestand bereits eine ausserdienstliche Schiesspflicht. Am ersten Sonntag nach Ostern war der erste Schiesstag, die Teilnahme an weiteren 5 Schiesstagen pro Jahr war für alle Schützen verpflichtend. Das Schiessen durfte erst nach der Kinderlehre beginnen und endete um 17.00 h mit dem Absenden. Am anschliessenden Abendtrunk durften nur die Schützen teilneh­men, für alle andern Leute bestand am Sonntag ein Wirtshausverbot! Zur Zielstatt Altorf zugeteilt waren Pfäffikon, Russikon, Hittnau, Freudwil, Ottenhausen und Ettenhausen. Für ihre 29 eingeschriebenen Schützen wurden als obrigkeitliche Gaben 4 Schnitten Barchet und 2 Paar Hosen zugeteilt. (Mit 4 Schnitten Barchet konnten 16 Wambsel = kurze Joppe, angefertigt werden)

1595

Die Fehraltorfer Schützen hatten den Neubau ihres im Heiget plazierten Schützenhauses bewilligt erhalten, der Staatsbeitrag erfolgte in Form von Ziegeln, «man will us dem Buwmeisteramt in Gnaden 2000 Ziegel zu einer Verehrung werden lassen»

Dieser Neubau bewirkte offenbar Differenzen unter den Schützen, vielleicht nur aus Platzgründen, jedenfalls machten sich die Pfäffiker Schützen selbständig. Sie gründeten einen eigenen Verein, den Schiessverein Pfäffikon (vorerst Schützen-Gesellschaft benannt) und reichten ebenfalls ein Baugesuch an die Regierung ein. Bis die schriftliche Bestätigung des Rates eintraf, gingen allerdings noch einige Monate ins Land. Wir finden deshalb den Eintrag im Rats­protokoll erst am 6. Mai 1596 mit den folgenden Worten:

Gründungsprotokoll 1595 - 36 kB

«Uff der Schützen zu Pfäffikon lnn der Grafschaft Kyburg bitt, und siderhar Ingenommenen Bericht. Ist bewilliget, das sy zu Pfäffikon auch ein Schützenhus (jedoch zu Ihren Costen) buwen mögind. Da man uff die Zielstatt zu Altorf und den Schützen zu Pfäffikon 8 Barchet stück, wyl der Schützen an der Zahl so vil sind, geben will. Und söllen sy ein Sonntag zu Altorf (welches die rechte Zielstatt heissen, und allein Altorf Ingeschrieben werden) und den anderen zu Pfäffikon schiessen. Das soll dem Vogt zu Kyburg zugeschrieben werden».

Die Pfäffiker Schützen setzten die Bewilligung sogleich in die Tat um und erstellten ihr Schützenhaus an der Obermattstrasse, da wo heute das Primarschulhaus steht. «unterhalb des Dorfes» steht im Bericht, mit Schussrichttung gegen das Torfriet. Einige alte Pfäffiker Namen erscheinen im Mannschafts-Verzeichnis der Grafschaft Kyburg mitsamt ihrer militärischen Ausrüstung:  

Ulrich Affentranger, Bussenhausen 1 Büchs

und

1 Rüstung
Klaus Bosshardt, Oberhittnau 1 Büchs und 1 Harnisch
Ulrich Escher, Pfäffikon 1 Büchs und 1 Rüstung
Jungjakob Klaus, Wirt, Pfäffikon 1 Büchs und 1 Rüstung
Rudli Meyer, Bussenhausen 1 Büchs und 1 Rüstung
Bläsi Nievergaltz, Hittnau 1 Büchs und 1 Rüstung
Hans-Jakob Schellenberger, Bussenhausen 1 Büchs und 1 Huben
Andres Schmid, Oberhittnau 1 Büchs und 1 Huben
Matys Senn, Pfäffikon 1 Büchs und 1 Beggelhube
Geörg Wolfensberger, Ettenhausen 1 Büchs    
Jagli Wolfensberger, Ettenhausen 1 Büchs und 1 Huben
Hans Zwick, Pfäffikon 1 Büchs und 1 Beggelhube

Diese Männer sind die eigentlichen Gründer des Schiessvereins im Jahr 1595 und dürften zugleich die Verantwortlichen des Neubaus gewesen sein.