Der Schiessverein, Stellung und Ziel heute 

Alle 300 m Schützenvereine, so auch der Schiessverein haben seit jeher vom Wehrwesen profitiert und umgekehrt. Eine Milizarmee stützt sich im Volke ab und verlangt von Bürgern und Wehrrnännern, ein minimales Heimtraining. Wie aus den Angaben in dieser Schrift hervorgeht, hat sich dies in den letzten 400 Jahren nicht geändert. Diese Aufgabe des ausserdienstlichen Trainings wurde den Schützenvereinen übertragen, welche die obligatorischen Übungen seit jeher ehrenamtlich übernommen haben. Die Erkenntnis, dass das Schiessen auch als reiner Leistungssport betrieben werden könnte, setzte sich erst mit der Zeit durch. Aus der Entwicklung der Waffen ist aber klar ersichtlich, dass der Gedanke schon sehr früh Fuss fasste, präzise Wettkampfwaffen herzustellen. Erleichtert wurde diese Entwicklung, indem die Gemeinden vom Bund verpflichtet wurden, entsprechende Schiessanlagen zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich sind die Anlagen auch heute noch primär dazu da, das ausserdienstliche Schiessen zu ermöglichen. Die Anlagen stehen zudem auch weiterhin der Armee zur Benützung offen.

In jeder sportlichen Disziplin gilt es, Spitzenleistungen zu erreichen. Dazu braucht es ein breites Feld, aus dem immer wieder einzelne Talente zu Spitzenleistungen herangebildet werden können. Im Schiessport haben sich verschiedene Disziplinen herausgebildet, angefangen bei der Armbrust über alle Distanzen und Waffenarten. Das Nachwuchskonzept beginnt deshalb für alle Schützen in einer 10 m Disziplin und kann von da aus weiterentwickelt werden.

Ein im Schützenhause hierfür reservierter Raum wurde zu Lasten der Vereine mit einer 10m- Anlage ausgerüstet.

Die Nachwuchsförderung war für den Schiessverein schon immer eine wichtige Aufgabe. Entsprechend wurde auch die naheliegendste Möglichkeit, die Ausbildung im 300-m Jungschützenkurs, so weit wie möglich ausgeschöpft. Zudem hat der Schiessverein schon verschiedentlich Kantonale JS- Gruppenausscheidungen durchgeführt. Er ist weiterhin bestrebt, der Jugend etwas zu bieten und erfüllt damit nicht zuletzt auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Das sogenannte «Leistungssportliche Schiessen», also das Matchwesen in zwei oder drei Stellungen, wird im Verein, zwar nicht sehr intensiv, aber doch auch gepflegt. Unsere Anlagen bieten die entsprechenden Möglichkeiten. An Kantonalen oder Eidgenössischen Schützenfesten haben verschiedentlich Mitglieder aus dem Schiessverein ihr Können in dieser Sparte bewiesen.

Dem Schiessverein liegt viel daran, seiner gesellschaftspolitischen Aufgabe in der Gemeinde gerecht zu werden. Er baut auf Tradition und versucht, politisch neutral das Gespräch und das gegenseitige Verständnis unter seinen Mitgliedern zu fördern. Eine gesunde Konkurrenz zu andern Vereinen schafft aber auch Platz für Ehrgeiz und Wettkampfgeist. Dies zeigt sich insbesondere auch darin, dass der Verein, mit einem grossen persönlichen Aufwand seiner Mitglieder, jährlich das Winterschiessen durchführt. Er verpflichtet sich dadurch aber auch, an Schützenfesten von Gastsektionen im Gegenbesuch teilzunehmen. Zur Zeit werden jährlich um die 50 auswärtige Anlässe durch Schiessvereinler besucht.

Das Training im eigenen Stand findet zumeist am Mittwochabend statt. Für die obligatorischen Übungen werden stets Daten und Zeiten gesucht, welche dem Gros der Muss-Schützen am besten entsprechen. Schwachen Schützen wird jeweils die notwendige Aufmerksamkeit zuteil. Dies soll auch in Zukunft so bleiben.